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Strategieentwicklung: Prozess, Methoden, Praxis
  • Grundlagen
  • By Roberto Ki

Strategieentwicklung: Prozess, Methoden, Praxis

tl;dr

  • Strategieentwicklung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung bestimmt — von der Diagnose der zentralen Herausforderung über die Formulierung von Handlungsoptionen bis zur kohärenten Maßnahmenplanung. Der Strategieentwicklung-Prozess in der Strategiepraxis beginnt mit der Hebelpunkt-Analyse als Startpunkt: Welcher Engpass blockiert das System?
  • Ohne Strategieentwicklung reagiert ein Unternehmen nur auf den Markt, statt ihn zu gestalten — das Ergebnis sind fragmentierte Einzelmaßnahmen, die sich gegenseitig neutralisieren.
  • Wer den Strategieentwicklungsprozess beherrscht, kann Diagnose, Methode und Umsetzung so verbinden, dass aus analytischer Klarheit handlungsfähige Entscheidungen werden — strategieentwicklung kurz und klar: Verstehen, Entscheiden, Handeln, Lernen.

Was versteht man unter Strategieentwicklung?

Strategieentwicklung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung bestimmt. Sie verbindet Analyse (Wo stehen wir?), kreatives Denken (Welche Wege gibt es?) und Entscheidung (Welchen Weg gehen wir?) zu einer kohärenten Handlungsleitlinie. Die Hebelpunkt-Analyse als Startpunkt bedeutet: Bevor Methoden gewählt oder Workshops geplant werden, identifiziert der Strategieentwicklungsprozess den zentralen Engpass im System — den einen Punkt, an dem eine Veränderung die größte Wirkung entfaltet.

Richard Rumelt formuliert in „Good Strategy Bad Strategy” (2011) die Kernfrage: „A great deal of strategy work is trying to figure out what is going on. Not just deciding what to do, but the more fundamental problem of comprehending the situation.” Strategieentwicklung beginnt mit Verstehen, nicht mit Zielsetzung.

Henry Mintzberg beschreibt in „Tracking Strategies” (2007) das Spannungsfeld: „If deliberate strategy is about control, then emergent strategy is about learning.” Der Strategieentwicklungsprozess in der Praxis verbindet beides — bewusste Analyse mit der Fähigkeit, aus emergenten Mustern zu lernen und die Strategie anzupassen.

Strategieentwicklung vs. strategische Planung

Strategieentwicklung ist der kreativ-analytische Prozess, der eine neue strategische Richtung erzeugt, während strategische Planung der programmatische Prozess ist, der eine bereits definierte Richtung in umsetzbare Schritte übersetzt. Mintzberg warnt in „The Rise and Fall of Strategic Planning” (1994): „The very forces that encourage formal planning tend to drive out strategic thinking.” Planung programmiert — Strategieentwicklung entdeckt.

Welche 7 Schritte gibt es für die Strategieentwicklung?

Die sieben Phasen der Strategieentwicklung verbinden Diagnose, Optionsbewertung und Maßnahmenplanung zu einem iterativen Prozess. Die Phasen sind nicht streng sequenziell — in der Praxis gibt es Rücksprünge und Iterationen.

Phase 1: Situationsanalyse — Wo stehen wir?

Die Situationsanalyse erfasst die Ausgangslage: interne Stärken und Schwächen, externe Chancen und Risiken. Werkzeuge wie die SWOT-Analyse und Porters Five Forces aus „Competitive Strategy” (1980) strukturieren die Informationserhebung. Die Situationsanalyse liefert Daten — aber noch keine Strategie.

Phase 2: Diagnose — Was ist die zentrale Herausforderung?

Die Diagnose ist der entscheidende Schritt der Strategieentwicklung, den viele Unternehmen überspringen. Rumelt: „If you fail to identify and analyze the obstacles, you don’t have a strategy. Instead, you have either a stretch goal, a budget, or a list of things you wish would happen.” Die Diagnose verwandelt die Daten der Situationsanalyse in ein verständliches Problem. Lou Gerstner diagnostizierte 1993 bei IBM: Das Problem war nicht Integration, sondern die fehlende Nutzung der integrierten Fähigkeiten — dieselben Fakten, andere Diagnose, fundamental andere Strategie.

Phase 3: Zielbild — Wo wollen wir hin?

Das Zielbild definiert den angestrebten Zustand — nicht als vage Vision, sondern als konkrete strategische Position. Was kommt zuerst, Ziele oder Strategie? Rumelt argumentiert: Die Diagnose kommt zuerst, dann die Leitlinie, dann die Ziele als Konkretisierung. Ziele ohne Diagnose sind Wunschlisten.

Phase 4: Optionen entwickeln — Welche Wege gibt es?

In dieser Phase der Strategieentwicklung generiert die Optionsentwicklung alternative strategische Pfade. Igor Ansoff strukturierte in „Corporate Strategy” (1965) die vier Grundrichtungen: Marktdurchdringung, Marktentwicklung, Produktentwicklung und Diversifikation. Kenichi Ohmae betont in „The Mind of the Strategist” (1982): „Successful business strategies result not from rigorous analysis but from a particular state of mind” — die Optionsgenerierung erfordert kreatives Strategisches Denken, nicht nur analytische Frameworks.

Phase 5: Bewertung und Auswahl — Welcher Weg ist der beste?

Die Bewertung prüft jede Option auf Machbarkeit, Risiko und strategischen Fit. Szenarioplanung nach Pierre Wack (Shell) testet Strategien gegen alternative Zukunftsbilder. Shell stieg in den 1970er Jahren durch Szenarioplanung „from seventh to second on the profitability league table of oil companies” — weil das Unternehmen emotional und operativ auf den Ölpreisschock vorbereitet war, den die Szenarien vorweggenommen hatten.

Phase 6: Maßnahmenplanung — Was tun wir konkret?

Die Maßnahmenplanung der Strategieentwicklung übersetzt die gewählte Strategie in kohärente Handlungsschritte. Kohärenz bedeutet: Die Maßnahmen wirken zusammen, nicht gegeneinander. Rumelt: „The coordination of action provides the most basic source of leverage or advantage available in strategy.” Wenn eine Versicherung wie Allianz gleichzeitig Prämien senkt und die Qualität der Schadenbearbeitung steigern will, ohne zu klären, wie beide Ziele zusammenpassen, hat keine kohärente Strategie.

Phase 7: Umsetzung und Lernen — Wie passen wir an?

Strategieentwicklung endet nicht mit der Formulierung. Lawrence Hrebiniak dokumentiert in „Making Strategy Work” (2013): „Strategy formulation is no easy task. As difficult as strategy making is, making strategy work is even more difficult and challenging.” Die Strategieumsetzung ist ein eigener Prozess — aber der Strategieentwicklungsprozess muss die Umsetzbarkeit von Anfang an mitdenken.

Mintzberg zeigt am Honda-Beispiel, wie Emergenz funktioniert: Honda ging nicht mit der Absicht in die USA, kleine Familienmotorräder zu verkaufen. Das Unternehmen entdeckte den Markt „almost inadvertently.” Aber: „Once recognized, it was made deliberate.” Die beste Strategieentwicklung verbindet bewusste Planung mit der Fähigkeit, emergente Muster zu erkennen und zu nutzen.

Was braucht eine gute Strategie?

Eine gute Strategie braucht drei Elemente — Rumelts Strategie-Kernel:

1. Diagnose: Die zentrale Herausforderung ist benannt und verstanden. Nicht die Symptome, sondern die Ursache.

2. Leitlinie (Guiding Policy): Ein Grundsatz, der die Richtung vorgibt und gleichzeitig tausend Optionen ausschließt. Wie Leitplanken auf einer Autobahn: Richtung geben, ohne jeden Meter vorzuschreiben.

3. Kohärente Maßnahmen: Schritte, die zusammenwirken. Kein Maßnahmenkatalog mit 47 „Strategien” und 178 Aktionspunkten — sondern wenige, koordinierte Hebel.

Michael Porter warnt über Joan Magretta in „Understanding Michael Porter” (2012): „The worst mistake — and the most common one — is not having a strategy at all. Most executives think they have a strategy when they really don’t.”

Methoden der Strategieentwicklung

Analytische Methoden

SWOT-Analyse ist das meistverwendete Strategiewerkzeug: Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken in einer Matrix. Die Stärke ist ihre Einfachheit. Die Schwäche: SWOT ohne Diagnose bleibt eine Bestandsaufnahme ohne Handlungsanweisung.

Porters Five Forces analysiert die Branchenstruktur: Wettbewerber, Lieferantenmacht, Kundenmacht, Ersatzprodukte, Markteintrittsbarrieren. Die Analyse zeigt, wie attraktiv eine Branche ist — aber nicht, was ein einzelnes Unternehmen darin tun soll.

Ansoff-Matrix strukturiert Wachstumsrichtungen: Marktdurchdringung, Marktentwicklung, Produktentwicklung, Diversifikation. Ansoff selbst zeigte in „Corporate Strategy” (1965): „Explicit strategy formulation produces significantly better financial performance than an unplanned, opportunistic adaptive approach.”

Kreative Methoden

Szenarioplanung nach Pierre Wack entwickelt alternative Zukunftsbilder und testet Strategien gegen sie. Keine Vorhersage, sondern Vorbereitung: „The purpose of scenarios is not to predict the future, but to enable better decisions today.”

Blue Ocean Strategy nach Kim und Mauborgne sucht neue Markträume statt Wettbewerb in bestehenden. Der Fokus liegt auf Wertkurven, die die Branchenlogik durchbrechen.

Engpasskonzentrierte Strategie (EKS®) nach Wolfgang Mewes konzentriert alle Kräfte auf den Minimumfaktor — den einen Engpass, der das Wachstum begrenzt. Friedrich, Malik und Seiwert erklären in „Das grosse 1x1 der Erfolgsstrategie” (2002) das Brennglas-Prinzip: „Die gleichen Sonnenstrahlen, die gerade mal dazu ausreichen, innerhalb von zwei Stunden einen leichten Sonnenbrand hervorzurufen, werden mithilfe eines Brennglases zu einer Kraft, die innerhalb von Sekunden ein loderndes Feuer erzeugt.”

Mit oder ohne Berater?

Die Frage, ob Strategieentwicklung intern oder mit externer Unterstützung erfolgen soll, ist eine strategische Entscheidung. Beide Wege haben klare Vor- und Nachteile.

Intern: Das Unternehmen kennt seinen Markt, seine Kunden und seine Fähigkeiten. Die Strategieentwicklung bleibt nah an der Realität. Risiko: Betriebsblindheit — wer seit Jahren im selben System arbeitet, übersieht systemische Muster.

Mit Berater: Ein externer Strategieberater bringt Methodik, branchenübergreifende Erfahrung und eine unabhängige Außenperspektive. Der Berater kann Muster erkennen, die Insider nicht sehen, und übernimmt die Prozesssteuerung. Risiko: Der Berater kennt das Unternehmen weniger gut als die eigenen Mitarbeiter.

Die Aydoo-Position: Aydoo nutzt in der Strategieberatung den Hebelpunkt als Startpunkt: Bevor Workshops geplant oder Frameworks ausgewählt werden, identifiziert die Strategische Analyse den zentralen Engpass im System. Die Entscheidung bleibt beim Unternehmen — der Berater liefert Methodik, Außenperspektive und Prozessdisziplin.

Andy Grove, CEO von Intel, beschreibt in „Only the Paranoid Survive” (1996) den kritischen Moment: „The only way is through the process of clarification that comes from broad and intensive debate.” Ob dieser Klärungsprozess intern oder mit externer Unterstützung stattfindet, hängt von der Komplexität der Herausforderung und der internen Kapazität ab.

Typische Fehler in der Strategieentwicklung

1. Ziele statt Strategie. Umsatzziele, Marktanteilsziele, Wachstumsziele — das sind Wünsche, keine Strategien. Rumelt dokumentiert den CEO, der „20 % Umsatzwachstum” als Strategie präsentierte: „His plan, to me, was all results and no action.”

2. Konsens statt Entscheidung. Mintzberg beschreibt in „Strategy Safari” (2009) das DEC-Beispiel: Drei Führungskräfte wollten drei verschiedene Strategien. CEO Ken Olsen bat um Konsens. Das Ergebnis: „DEC is committed to providing high-quality products and services and being a leader in data processing.” Ein politischer Kompromiss, keine Strategie.

3. Trennung von Denken und Handeln. Hrebiniak dokumentiert in „Making Strategy Work” (2013): „Managers are trained to plan, not execute. In most MBA programs, the number of courses that deal exclusively with execution? Usually none.” Wer Strategieentwicklung und Strategieumsetzung trennt, erzeugt eine Kluft zwischen den „smarten Planern” und den „Umsetzern” — zum Schaden beider.

4. Methodenfetischismus. Die Methode ist ein Werkzeug, kein Selbstzweck. SWOT ohne Diagnose ist eine Tabelle. Porter ohne Interpretation ist ein Formular. Szenarioplanung ohne Entscheidung ist Fiktion. Die Methode muss zur Fragestellung passen — nicht umgekehrt.

Abgrenzung zu anderen Strategiekonzepten

Strategieentwicklung ist nicht dasselbe wie strategische Planung

Strategieentwicklung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung bestimmt, während strategische Planung der programmatische Prozess ist, der eine bereits definierte Richtung in umsetzbare Schritte übersetzt. Mintzberg: „Plans may go unrealized, while patterns may appear without preconception.” Strategieentwicklung erzeugt die Richtung — Planung programmiert sie.

Strategieentwicklung ist nicht dasselbe wie Geschäftsmodellentwicklung

Strategieentwicklung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung bestimmt, während Geschäftsmodellentwicklung definiert, wie ein Unternehmen Wert schafft, liefert und sichert. Strategieentwicklung fragt „Wohin?”, Geschäftsmodellentwicklung fragt „Wie verdienen wir damit Geld?”

Strategieentwicklung ist nicht dasselbe wie Strategisches Management

Strategieentwicklung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung bestimmt, während Strategisches Management den gesamten Zyklus umfasst — Strategieformulierung, Strategieumsetzung, Strategiekontrolle und strategisches Lernen. Strategieentwicklung ist der kreative Kern; strategisches Management der Rahmen, der diesen Kern in einen fortlaufenden Prozess einbettet.

Strategieentwicklung ist nicht dasselbe wie Operative Planung

Strategieentwicklung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung bestimmt, während Operative Planung die kurzfristige Umsetzung des Tagesgeschäfts organisiert. Strategieentwicklung fragt „Was tun wir in den nächsten 3-5 Jahren?”, operative Planung fragt „Was tun wir diesen Monat?”

Strategieentwicklung ist nicht dasselbe wie Innovationsmanagement

Strategieentwicklung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung bestimmt, während Innovationsmanagement den Prozess der Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle steuert. Strategieentwicklung kann Innovation als strategischen Hebel identifizieren — aber Innovationsmanagement ist die Umsetzung innerhalb dieses Rahmens.

Fazit

Strategieentwicklung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung bestimmt — von der Diagnose der zentralen Herausforderung über die Entwicklung von Handlungsoptionen bis zur kohärenten Maßnahmenplanung. Der Strategieentwicklung-Prozess in der Strategiepraxis verbindet analytische Methoden (SWOT, Five Forces, Ansoff) mit kreativem Denken (Szenarioplanung, EKS, Blue Ocean) und der Fähigkeit, emergente Muster zu erkennen.

Die Unternehmensstrategie bestimmt den Rahmen, in dem Strategieentwicklung stattfindet. Strategisches Denken liefert die kognitive Grundlage. Die Strategieumsetzung überführt die entwickelte Strategie in Handlung. Und die Engpasskonzentrierte Strategie (EKS®) operationalisiert den Hebelpunkt als Startpunkt — denn wie Mintzberg zeigt: „Strategies grow initially like weeds in a garden, they are not cultivated like tomatoes in a hothouse.”

Quellen

  • Ansoff, Igor: Corporate Strategy. McGraw-Hill, 1965.
  • Friedrich, Kerstin; Malik, Fredmund; Seiwert, Lothar: Das grosse 1x1 der Erfolgsstrategie: EKS. Gabal, 2002.
  • Grove, Andrew: Only the Paranoid Survive. Currency Doubleday, 1996.
  • Hrebiniak, Lawrence: Making Strategy Work. Pearson, 2013.
  • Magretta, Joan: Understanding Michael Porter. Harvard Business Review Press, 2012.
  • Mintzberg, Henry: The Rise and Fall of Strategic Planning. Free Press, 1994.
  • Mintzberg, Henry: Tracking Strategies. Oxford University Press, 2007.
  • Mintzberg, Henry; Ahlstrand, Bruce; Lampel, Joseph: Strategy Safari. Free Press, 2009.
  • Ohmae, Kenichi: The Mind of the Strategist. McGraw-Hill, 1982.
  • Porter, Michael: Competitive Strategy. Free Press, 1980.
  • Rumelt, Richard: Good Strategy Bad Strategy. Crown Business, 2011.
  • Wack, Pierre: „Scenarios: Uncharted Waters Ahead.” Harvard Business Review, 63(5), 1985.

Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter Strategieentwicklung?

Strategieentwicklung ist der systematische Prozess, mit dem ein Unternehmen seine strategische Ausrichtung bestimmt — von der Analyse der Ausgangslage über die Identifikation von Handlungsoptionen bis zur Formulierung einer kohärenten Strategie. Der Prozess verbindet analytische Methoden mit kreativem Denken und mündet in eine Leitlinie für Ressourcenallokation und Prioritätensetzung.

Welche 7 Schritte gibt es für die Strategieentwicklung?

Die 7 Schritte der Strategieentwicklung sind: (1) Situationsanalyse (Wo stehen wir?), (2) Diagnose (Was ist die zentrale Herausforderung?), (3) Zielbild (Wo wollen wir hin?), (4) Optionen entwickeln (Welche Wege gibt es?), (5) Bewertung und Auswahl (Welcher Weg ist der beste?), (6) Maßnahmenplanung (Was tun wir konkret?) und (7) Umsetzung und Lernen (Wie passen wir an?).

Wie entwickelt man eine Strategie?

Strategieentwicklung beginnt mit der Diagnose der zentralen Herausforderung (Was geht hier eigentlich vor?), nicht mit Zielsetzung. Darauf folgen Analyse der Ausgangslage, Entwicklung von Handlungsoptionen, Bewertung und Auswahl, Maßnahmenplanung und iterative Umsetzung. Mintzberg betont: Der Prozess ist selten rein linear — die besten Strategien entstehen aus der Verbindung von bewusster Planung und emergenten Lernprozessen.

Was braucht eine gute Strategie?

Eine gute Strategie braucht drei Elemente: eine präzise Diagnose der zentralen Herausforderung, eine Leitlinie zur Überwindung dieser Herausforderung und kohärente Maßnahmen, die zusammenwirken. Rumelt formuliert: „A good strategy has an essential logical structure that I call the kernel.” Ohne Diagnose gibt es keine Strategie — nur Wunschlisten oder Budgets.

Welche Methoden gibt es für die Strategieentwicklung?

Bewährte Methoden sind: SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken), Porters Five Forces (Branchenstrukturanalyse), Ansoff-Matrix (Wachstumsrichtungen), Szenarioplanung (alternative Zukunftsbilder), Engpassanalyse (EKS — Konzentration der Kräfte auf den Minimumfaktor) und Blue Ocean Strategy (neue Märkte statt Wettbewerb). Die Wahl der Methode hängt von der Ausgangssituation und der Fragestellung ab.

Was ist der Unterschied zwischen Strategieentwicklung und strategischer Planung?

Strategieentwicklung ist der kreativ-analytische Prozess, der eine neue strategische Richtung erzeugt. Strategische Planung ist der programmatische Prozess, der eine bereits definierte Richtung in umsetzbare Schritte übersetzt. Mintzberg formuliert: „If deliberate strategy is about control, then emergent strategy is about learning.” Strategieentwicklung erfordert beides.

Wann braucht man einen externen Berater für die Strategieentwicklung?

Ein externer Berater ist sinnvoll, wenn das Unternehmen in einer strategischen Sackgasse steckt (Betriebsblindheit), wenn eine unabhängige Außenperspektive für die Diagnose benötigt wird, oder wenn die interne Kapazität für einen strukturierten Strategieprozess fehlt. Der Berater bringt Methodik und branchenübergreifende Erfahrung ein — die Entscheidung bleibt beim Unternehmen.

Warum scheitert Strategieentwicklung?

Strategieentwicklung scheitert an vier Ursachen: (1) Verwechslung von Zielen mit Strategie — Umsatzziele sind keine Strategie. (2) Fehlende Diagnose — das eigentliche Problem wird nicht benannt. (3) Konsens statt Entscheidung — politischer Kompromiss statt strategischer Klarheit. (4) Trennung von Denken und Handeln — wer plant, setzt nicht um, und wer umsetzt, hat nicht mitgeplant.

Wie lange dauert ein Strategieentwicklungsprozess?

Ein strukturierter Strategieentwicklungsprozess dauert je nach Unternehmensgröße und Komplexität 3 bis 12 Monate. Ein fokussierter Sprint (Diagnose + Leitlinie) kann in 4-6 Wochen abgeschlossen werden. Die Umsetzung und iterative Anpassung ist ein kontinuierlicher Prozess ohne festes Ende.

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