- 07 Dec, 2021
- Strategic Design
- By Roberto Ki
Strategieentwicklung starten — 7 Fragen vorher | Aydoo
Sie sind Geschäftsführer, CEO oder Manager und wollen eine Strategie entwickeln? Bevor Sie beginnen, sollten Sie sich über drei Dinge im Klaren sein:
- Ziele — Was wollen Sie erreichen?
- Stärken und Schwächen — Wo stehen Sie heute?
- Alleinstellungsmerkmal — Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz?
Diese drei Elemente bilden das Fundament jeder erfolgreichen Strategieentwicklung. Ohne sie bauen Sie auf Sand.
Die 7 Phasen der Strategieentwicklung
Phase 1: Definieren Sie Ihre Ziele
Bevor Sie irgendeine Maßnahme ergreifen, brauchen Sie Klarheit darüber, was Sie erreichen wollen. Fragen Sie sich:
- Wo soll mein Unternehmen in 3, 5 oder 10 Jahren stehen?
- Was ist unser wichtigstes Ziel für die nächsten 12 Monate?
- Welche Ergebnisse würden den größten Unterschied machen?
Gute Ziele sind spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert (SMART). „Wir wollen wachsen” ist kein Ziel. „Wir wollen unseren Umsatz in den nächsten 24 Monaten um 30 % steigern” schon.
Phase 2: Ermitteln Sie Ihre Stärken und Schwächen
Um eine wirkungsvolle Strategie zu entwickeln, müssen Sie genau wissen, wo Ihre Stärken liegen — und wo nicht. Nutzen Sie dafür:
- Interne Analysen und Mitarbeitergespräche
- Experteninterviews und externes Feedback
- Marktforschung und Wettbewerbsanalysen
- Kundenbefragungen und Bewertungen
Seien Sie ehrlich: Stärken, die Sie sich nur einbilden, helfen Ihnen nicht. Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihre Kunden tatsächlich an Ihnen schätzen. Ein strukturiertes Forschungsdesign hilft, objektive Ergebnisse zu erzielen.
Phase 3: Erstellen Sie eine SWOT-Analyse
Die SWOT-Analyse ist ein bewährtes Werkzeug, das Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) systematisch erfasst.
- Stärken und Schwächen sind interne Faktoren, die Sie beeinflussen können.
- Chancen und Risiken sind externe Faktoren, die den Markt und Ihr Umfeld betreffen.
Die SWOT-Analyse zeigt Ihnen, wo Ihre Stärken auf Marktchancen treffen — das ist der Sweet Spot für Ihre Strategie.
Phase 4: Entwickeln Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal
Ihr USP (Unique Selling Proposition) beantwortet die Frage: Warum sollte ein Kunde bei Ihnen kaufen und nicht bei der Konkurrenz?
Ein starkes Alleinstellungsmerkmal ist:
- Relevant — Es löst ein echtes Problem der Zielgruppe.
- Einzigartig — Kein Wettbewerber bietet dasselbe.
- Kommunizierbar — Es lässt sich in einem Satz erklären.
Phase 5: Gestalten Sie Ihre Strategie
Auf Basis der bisherigen Analysen definieren Sie nun Ihre Strategie. Die Strategie beschreibt, wie Sie Ihre Stärken und Ihr Alleinstellungsmerkmal nutzen, um Ihre Ziele zu erreichen.
Verschiedene Grundstrategien stehen zur Verfügung — von Kostenführerschaft über Differenzierung bis zur Nischenstrategie (nach Porter). Ein besonders wirkungsvoller Ansatz ist die Engpasskonzentrierte Strategie (EKS), die alle Kräfte auf den wichtigsten Engpass der Zielgruppe konzentriert. Mehr über Strategietypen erfahren Sie in unserem Artikel: Was ist eine Geschäftsstrategie?
Phase 6: Implementieren Sie Ihre Strategie
Eine Strategie, die nur auf Papier existiert, ist wertlos. Für die Umsetzung brauchen Sie:
- Klare Verantwortlichkeiten — Wer macht was bis wann?
- Ressourcenplanung — Welche Mittel stehen zur Verfügung?
- Meilensteine — Woran erkennen Sie Fortschritt?
- Kommunikation — Versteht jeder im Team die Strategie?
Phase 7: Überprüfen Sie Ihre Strategie
Strategie ist kein einmaliges Projekt, sondern ein lebendiger Prozess. Überprüfen Sie regelmäßig:
- Erreichen wir unsere Meilensteine?
- Haben sich die Marktbedingungen verändert?
- Müssen wir unsere Taktiken anpassen?
- Was haben wir gelernt?
Empfehlung: Quartalsweise strategische Reviews und jährliche Gesamtüberprüfung.
Checkliste zum Starten Ihrer Strategieentwicklung
- Was will ich erreichen? (Ziele)
- Welche Ressourcen kann ich einsetzen?
- Wie lange wird es dauern?
- Wo liegen meine Stärken und Schwächen?
- Welche Chancen und Risiken gibt es?
- Wie kann ich meine Konkurrenten ausstechen?
- Was ist mein USP?
Fazit
Strategieentwicklung beginnt mit Klarheit. Wer seine Ziele, Stärken und sein Alleinstellungsmerkmal kennt, hat eine solide Grundlage für eine wirksame Strategie. Die sieben Phasen — von der Zielsetzung bis zur Überprüfung — bilden einen Rahmen, der für Unternehmen jeder Größe funktioniert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert eine Strategieentwicklung?
Das hängt von der Unternehmensgröße und -komplexität ab. Für kleine Unternehmen kann ein fokussierter Strategieworkshop an 1-2 Tagen die Grundlage schaffen. Für größere Organisationen dauert der Prozess typischerweise 4-12 Wochen, inklusive Analyse, Workshop-Phasen und Dokumentation.
Wer sollte an der Strategieentwicklung beteiligt sein?
Mindestens die Geschäftsführung und die Leiter der Schlüsselbereiche. Idealerweise auch ausgewählte Mitarbeiter mit Kundenkontakt — sie kennen die Bedürfnisse der Zielgruppe oft am besten. Externe Berater können den Prozess moderieren und blinde Flecken aufdecken.
Was ist der häufigste Fehler bei der Strategieentwicklung?
Der häufigste Fehler ist, die Strategie nicht konsequent umzusetzen. Viele Unternehmen investieren Zeit in Workshops und Dokumente, kehren dann aber zum Tagesgeschäft zurück, ohne die Strategie in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. Deshalb ist Phase 6 (Implementierung) so entscheidend.
Kann ich die Strategieentwicklung alleine machen?
Ja, besonders als Solopreneur oder kleines Unternehmen. Nutzen Sie die 7 Phasen als Leitfaden und arbeiten Sie die Checkliste durch. Für größere Unternehmen empfiehlt sich externe Unterstützung, da blinde Flecken und Betriebsblindheit die Analyse verfälschen können.
Brauche ich eine SWOT-Analyse oder gibt es Alternativen?
Die SWOT-Analyse ist bewährt und weit verbreitet, aber nicht die einzige Option. Alternativen sind: PESTEL-Analyse (für das Makro-Umfeld), Porter’s Five Forces (für die Branchenattraktivität), die Engpasskonzentrierte Strategie (für die Identifikation des wirksamsten Hebels). Oft ist eine Kombination am wirksamsten.
Was kommt nach der Strategieentwicklung?
Nach der Strategieentwicklung folgt die Umsetzung: Maßnahmen definieren, Verantwortlichkeiten zuweisen, Meilensteine setzen und regelmäßig überprüfen. Die Strategie muss im gesamten Unternehmen kommuniziert werden. Empfehlung: Quartalsweise strategische Reviews und jährliche Gesamtüberprüfung.
Weiterführende Artikel:
- Was ist eine Geschäftsstrategie? — 13 Strategietypen im Überblick
- Engpasskonzentrierte Strategie — Definition & Anwendung
- Die besten EKS-Bücher
- Wolfgang Mewes — Begründer der EKS

